
"Musik ist eine große Reise für mich", sagt Eric Legnini. Der Pianist, der 1970 in Huy, einer Kleinstadt nahe Lüttich, das Licht der Welt erblickte, war in den vergangenen zwei Dekaden ständig unterwegs. In eigener Sache und als Sideman prominenter Jazzkollegen tourte er rund um die Welt. Der gebürtige Belgier ist viel auf Achse, auch im übertragenen Sinn, denn seine Musik lässt sich — wie er selbst — ebenfalls nicht so ohne weiteres an einem Platz verorten. Von der Homebase Jazz aus bricht Legnini immer wieder zu Abstechern in mal nahe liegende, mal weit entfernte Gefilde auf. So hat er etwa neugierig das Funk-, Soul-, HipHop– und Breakbeat-Terrain erkundet.
Nach drei Jahrzehnten, in denen er sich in den verschiedensten Musikstilen hat treiben lassen, zieht Eric Legnini nun eine Zwischenbilanz seines bisherigen Schaffens. Nach "Miss Soul“ ((2005), Label Bleu) und „Big Boogaloo“ ((2006), Label Bleu) vervollständigt der Belgier mit seinem neusten Werk "trippin'" ((2009), Discograph/Bflat) eine "Triologie", die sich ganz und gar der Kunst des Trios gewidmet hat. Ohne Ego-Trip, ohne Nostalgie und ohne den Wunsch, Altes wiederaufleben lassen zu wollen, lässt sich Legnini im "Jetzt" nieder und zeigt dabei seine vielförmige Identität: Legnini ist alles auf einmal. Liebhaber von Hip-hop und Swing, der verrückten Siebziger und der Mixtapes der 2000er, aber auch glühender Verehrer von meisterhaften Jazz und ästhetischen Soul … Legnini an der Konsole und an den Tasten, als Komponist und als Produzent. Seine Musik ist lebendig, unmittelbar und sinnlich. Mit seinem aktuellen Album "trippin'", dessen Titel angelehnt ist an „Struttin'" (1970), den Klassiker der Funk Wegbereiter "The Meters" und damit an den New Orleans Sound, malt Eric Legnini ein Selbstportrait, das im Einklang mit der Vielfalt seiner pianistischen Originalität steht. Den richtigen Groove liefert Franck Agulhon am Schlagzeug, unterstützt von dem jungen Kontrabassisten Mathias Allamane.
