
Die Avantgardisten Puma lassen kein Faible für Pop, Kommerz oder Mainstream erkennen, alles ist Innerlichkeit, keine Pose. Alles ist Suche, Lyrik, Epik, Stille in Stille und Lärmchaos.
Die Band besitzt intensive inspirative Kreativität und zugleich viel Mut, diese Tongewölbe öffentlich anzubieten.
Schwer und düster norwegische Naturepik ist auf dem dritten Album der drei Norweger Gard Nilssen (Schlagzeug), Østein Moen (Synthesizer, Electronics) und Stian Westerhus (Gitarre, Electronics) zu hören. Ausgefallene Klanglandschaften, die einmal schwer benebeln, dann mit kratziger Note bedröhnen. Contemporary Scandinavian jazz eben. Atemberaubend schöne und reinigende Klanggewitter, mysteriöses Zusammenspiel von Mensch und Technik. Geheimnisvoll und beeindruckend. Die Herren sind Schöpfer von Klangfarben und –welten, formen ihren eigenen Klangkosmos. Eine abenteuerliche und manchmal schauerliche Musik, die man auch industrial-strength noise benennen könnte. Die Musiker besitzen ein grandioses musikalisches Gespür, beeindrucken mit äußerster Konzentration und viel Körpereinsatz. So verwandelt sich Rock in etwas Elementareres, Trance-Bilder betören in melancholisch-balladesker Sphärik, lasziv verflogen und doch konkret.
Die Geräuschlawine rollt langsam ins Tal und malmt alles im Schneckentempo nieder, was sich da auch immer in den Weg stellt. Ihre Musik wirkt beim längeren Hören erstaunlich fein. Auf erstickende, nicht enden wollende Improvisationen wartet man zum Glück vergebens. 8/10.

